Bedingungsloses Grundeinkommen

  • Ich verfolge dieses Thema schon länger sehr interessiert.
    Finnland macht jetzt den Vorstoß.
    Die Schweiz zum Beispiel wird darüber 2016 abstimmen.


    Auch in Deutschland machen sich 2 Parteien (vielleicht auch mehr, ich kenne 2) dafür stark.


    Ich war Anfangs sehr skeptisch, nachdem ich mich damit etwas mehr beschäftigt haben, muss ich aber sagen: Das geht gut, wenn es gut gemacht wird.


    Im Prinzip gibt es das Grundeinkommen in Deutschland ja schon heute. Heißt Sozialgesetzbuch und Leistungen danach. Neu ist lediglich "bedingungslos". Anstatt Kohle für sinnlose Wiedereingliederung, Umschulung oder 1.- Euro Jobs auszugeben, lässt man den Menschen die Zeit und Freiheit etwas selbst auf die Beine zu stellen und anderen Menschen zu helfen. So können positive Dinge entstehen, die nicht an Einkommen gebunden sind. Erfindungen, Kultur, was auch immer.


    Jeder könnte einfach mal eine Pause im Leben machen, um mal etwas Anderes auszuprobieren ohne sich mit Ämtern zu quälen und immer für die abrufbar zu sein. Auch ist man dann kein Bittsteller.


    Arbeitsunwillige Sozialschmarotzer wird es immer geben, mehr werden es dadurch sicher nicht.


    Ich wette es würde enorme Einsparungen geben, wenn wir die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter einfach zu machen würden.

  • Ich denke da gerade an rentner, deren rente sich so etwa auf das gleiche beläuft. Bekommen die dann weiterhin ihre Aufstockung? Wenn nein, wäre ich dagegen. Ob das aber bei uns funktionieren würde? Die skandinavischen Länder sind ja immer schon innovativ gewesen-zumindest was das Souialsystem und die Bildung anbelangt. Interessant wäre es zu wissen, wie die Deutschen darüber denken...

  • Natürlich würden das auch Rentner bekommen. Sind doch auch Menschen.


    Mal sehen, ob es nächstes Jahr zu Volksabstimmung in DE kommt.
    Man Arbeitet daran.

  • Es ist ein bedingungsloses Grundeinkommen.
    Das bekommt einfach jeder.


    Die Finanzierung läuft dann über Konsumsteuern und Lohn/Kapital/sonst etwas Steuern die entsprechend angepasst werden.


    Verdienst Du also Geld, wird das höher besteuert, das Grundeinkommen bleibt, sodass sich da nicht viel ändern wird. Du zahlst also Dein Grundeinkommen über Steuern zurück.


    Die Vorstufe, weit realistischer, ist die bedingungslose Grundabsicherung. Also alles wie jetzt, nur ca. 6 Millarden !!! für Verwaltung und unsinnige Eingliederungen gespart.

  • Bei Rentnern wäre das Equivalent zur Zeit die Grundsicherung (also auch SCB II). Hier fällt mir übrigens ein, es müsste eine Novellierung bzgl. der Anrechnung von Riester-Renten gemacht werden. Denn derzeit ist das der größte Beschiss an den künftigen Rentern und denen die jüngst mit Riester schon verrentet wurden.


    Desweiteren könnte das gesamte BAföG-Modell in soweit wegfallen, da ja volljährigen Studenten dieses ebenfalls zu teil würde. Wiederum Einsparung von erheblichem Verwaltungsaufwand. Ausnahmen könnten ausländische Studenten sein, die dann dem BGE nicht unterliegen würden.


    Da die 800 Euro der Finnen derzeit im Jahresschnitt noch über dem steuerfreien Grundbetrag in Deutschland liegen, könnte das BGE in der Form als steuerlicher Freibetrag bei Arbeitnehmern ganz normal berücksichtigt werden. Ebenfalls auch möglich als anteilieger Freibetrag zur künftigen Rentenberechnung. Wie eine Planung bzgl. KK-Beiträgen angedacht ist, muss sich noch zeigen. Wobei ein Mindestbeitrag bei BGE-Bezug möglich sein sollte.


    Setzt aber auch eines in EU und weltweit voraus, das zumindest die geplanten Fiskalabkommen der G20 ins Rollen kommen. Das keine Großkonzerne sich ihrer Pflicht so extrem entziehen.


    Da die Masse Lohnabhängige sein sollten, müsste eine Volksabstimmung in Deutschlands eigentlich zum BGE tendieren.


    Mit einer echten Kosten-Nutzen-Rechnung sollte sich das bezahlt machen. Viele noch mit SGB II und ALG II befassten Beamten und Angestellten könnten langfristig so wesentlich nützlichere Tätigkeitsfelder besiedeln, wie zum Beispiel das BAMF unterstützen. ^^

    "Manners maketh man."
    "Manieren machen uns zu Menschen."
    Origin by William Horman (ca. 1440 -1535)
    "Vulgaria Uiri Doctissimi Guil. Hormani Caesariburgensis", 1519

  • In den Laden Arbeiten 57.000 Mitarbeiter.
    Kindergeld kann man dann auch gleich abschaffen. Frage mich eh, warum man das Beantragen muss.


    Hier fällt mir übrigens ein, es müsste eine Novellierung bzgl. der Anrechnung von Riester-Renten gemacht werden. Denn derzeit ist das der größte Beschiss an den künftigen Rentern und denen die jüngst mit Riester schon verrentet wurden.


    Völlig richtig: Wer "riestert" und nicht eh eine Rente jenseits der Grundabsicherung erhält, hat zwar sozial, aber nicht wirtschaftlich gehandelt. Das sollte mehr belohnt werden.

  • Das ist ein riesen Thema, weil es inzwischen sehr viele theoretische Modelle dazu gibt.
    Ich war immer wieder hin und hergerissen mit meiner Meinung dazu.
    Das Grundprinzip scheint einfach aber wenn man alles durchdenkt, wird es immer ziemlich umfangreich.
    Eines der großen Probleme dabei - welche Sozialleistungen sollen dafür weg fallen?
    Da geht es nämlich schon los. Bei manchen Modellrechnungen hätte eine Hartzviererfamilie mit BGE weniger Kaufkraft als jetzt.
    Oder der Student, der dann kein Bafög, kein Kindergeld keine Studentenermäßigungen erhält. Das kann unter Umständen für den Betreffenden auch ins Minus gehen.
    Grundsätzlich ablehnen tue ich das bekannteste BGE-Model, denn es wird mit einer grundsätzlichen Steuerreform verbunden, bei der nur noch Konsumsteuern entrichtet werden sollen. Konsumsteuern sind die asozialsten Steuern, denn jeder Bettler, der sich etwas legal kauft, zahlt entsprechend Konsumsteuern. Deshalb sind tatsächlich auch deutsche Hartz4-Bezieher Steuerzahler. (Wahrscheinlich sogar die ehrlichsten Steuerzahler. ;) )


    Die Sanktionen bei den Hartz4-Gesetzen sollte man meiner Meinung nach abschaffen.
    Zum größten Teil sind Aufstocker und Gelegenheitsarbeiter von den Sanktionen betroffen und meist wegen Frist- und Terminversäumnissen.
    In den wenigsten Fällen werden Sankionen wegen Arbeitsverweigerung oder vorsätzlichen Betrug verhängt.
    Dazu kommt, dass die Kontrollen schon ab Summen von 5Euro angesetzt werden können. Das macht natürlich nicht jedes Amt. Es gibt auch Menschen mit Verstand. Denn diese Kontrollen verusachen mehr Bearbeitungskosten, als insgesammt dadurch eingespart wird.


    Für ein bedingungsloses Mindesteinkommen favorisiere ich Modelle mit einer negativen Einkommenssteuer.
    1.- Muss dann kein Geld an Die ausgezahlt werden, deren Einkommen deutlich über dem Mindesteinkommen liegt.
    2.- Würde Einkommen und Erstattung dann von ein und demselben Amt berechnet und im Zweifelsfall kontrolliert.
    Die Reste der Arbeitsämter könnten sich dann ganz auf freiwillige Berufsberatung, -Vermittlung und Qualifizierung konzentrieren.
    3.- Allein durch die einfachere Verwaltung könnten so bundesweit etliche Milliarden Euro eingespart oder halt an die Bedürftigen ausgezahlt werden.


    Jedenfalls möchte ich vor all zu großer Euphorie warnen. Auch bei Einführung eines BGE wird sich das Mindesteinkommen an den aktuellen Sozialstandarts orientieren. Wie schon die Hartz4-Gesetze zeigten, kann es auch ein Sozialabbau werden.
    Und deshalb müssten meiner Meinung nach zuerst die Ziele solch eines BGE ausdiskutiert und festgelegt werden.
    Sonst diskutiert man aneinander vorbei. Und ich möchte nicht im Glauben an eine gute Idee einem weiteren Sozialabbau zustimmen.

  • Es ist ein großartiges Thema, das ich schon seit vielen Jahren gerne diskutiere und dessen Entwicklung ich beobachte. Natürlich bin ich selbst entschieden dafür. jaxxx Der Staat würde mit einem BGE die bloße Existenz eines jeden Menschen würdigen, anstatt ihn mit Forderungen und Reglementierungen zu drangsalieren. Es wäre ein Schritt in die richtige, zukunftsweisende Richtung: hin zur Wahrung der Würde des Menschen.
    Hier ein paar interessante Links zum Thema, die ich im Laufe der Zeit "gesammelt" habe.
    https://www.mein-grundeinkommen.de/start
    http://www.kroenungswelle.net
    http://bgekoeln.ning.com
    http://www.bgekoeln.de/index.html

    Liebe ist gemeinsame Freude an wechselseitiger Unvollkommenheit.

    Hans Kudszus (1901 - 1977)

  • Die Idee des Crowdfunding mit Verlosung ist ja nett, aber auf Dauer auch nicht zielführend.
    Die Politik ist langfristig gefragt, es muss sehr gut durchgerechnet werden, so daß es ein Nullsummenspiel wird.


    http://www.spiegel.de/wirtscha…cher-werden-a-386396.html


    Nette Idee von den Herren Werner und Hardorp, aber zu kurz gedacht. Wer glaubt allen Ernstes, das jeder plötzlich alles verkonsumieren wird, was er als Einkommen bekäme? Wie Roli schon schrieb, eine Fokussierung auf die Konsumsteuern und ein Verzicht auf andere Steuerarten wird nicht gelingen.


    Es gibt nämlich staatliche Aufgaben jeseits des Sozialsystems, die finanziert und auch weiterhin bezuschußt werden müssen. Oder alles verbliebene wird privatisiert und die Preise schlagen uns irgendwann um die Ohren.

    "Manners maketh man."
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  • hinter Geld muss immer eine Arbeitsleistung stehen

    Oft steht nicht die Arbeitsleistung des Geldempfängers dahinter.
    Die große Frage ist, ob man mit solch einem Grundeinkommen mehr oder weniger Initiative aufbringt um etwas zu leisten.
    Dazu noch die Frage inwieweit man damit teure Bürokratie und Verwaltung einsparen kann.
    Leider habe ich es nicht zitierfähig vorliegen - Jemand von der FDP hat mal die Sanktionen und Kontrollen beim Hartz4 kritisiert, weil Das nach seinen Recherchen mehr kostet, als dass man dadurch einspart.
    Ich selbst war bisher nie auf Hartz4 angewiesen. Jedoch erklärten mir alle Aufstocker, mit denen ich darüber geredet habe, dass ihnen die Arge nur Steine in den Weg legt.
    Milliarden Euros an Kontroll und Verwaltungskosten um Menschen die arbeiten wollen dabei zu behindern erscheint mir jedenfalls nicht wirklich sinnvoll.


    So wie ich es sehe, geht es beim Grundeinkommen um das Grundsätzliche, was man zum Leben braucht. Also wenn man die, die es nicht aus eigener Kraft erarbeiten können, nicht verrecken lassen möchte, müssen diese Leistungen eh erarbeitet und diesen Leuten zur Verfügung gestellt werden.
    Ob nun Almosen, Sozialleistungen oder ein Grundeinkommen effektiver sind, lässt sich schwer vergleichen so lange es kein Grundeinkommen gibt aus dem man Erkenntnisse ziehen kann. Dass Sozialleitungen besser als Almosen sind, wurde schon sehr oft bewiesen. Darauf basierte die soziale Marktwirtschaft. Ein Erfolgsmodel.
    Wie mir scheint ist das Hartz4 Model nicht wirklich besser als die soziale Marktwirtschaft. Ob ein Grundeinkommen besser wäre ist wegen mangels an Vergleichsmöglichkeiten eine Glaubensfrage. Ich weiß es also auch nicht.

  • Du führst hier gleich 3 Vorurteile auf, auf die ich gerne eingehen werde.

    Mich wundert, das noch keiner von unseren Wahlkanditaten auf die Idee gekommen ist , dieses Thema aufzugreifen

    Es gibt seit September eine bundesweite BGE-Partei, die zur Bundestagswahl antreten wird. Mehr dazu hier: https://www.grundeinkommen.de/…-eiltempo-gegruendet.html

    hinter Geld muss immer eine Arbeitsleistung stehen

    Das ist ein Argument, was das System uns glauben machen will, damit wir alle brav funktionieren. Doch das System selbst führt den Leistungsanspruch ad absurdum, wie 2 ganz große Player (und nicht nur die) bestätigen: http://t3n.de/news/bill-gates-robotersteuer-797167/

    In Kenia kann es gar nicht funktionieren , Armut und Arbeitslosigkeit ist zu hoch

    Na, du kennst dich ja aus, was? ironiexxx Werfen wir einen Blick in ein anderes afrikanisches Land, nach Nambia, und lassen wir uns von Fakten überzeugen: https://www.grundeinkommen.de/…rt-jauch-aus-namibia.html



    Liebe ist gemeinsame Freude an wechselseitiger Unvollkommenheit.

    Hans Kudszus (1901 - 1977)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Rosettalina ()

  • Darauf basierte die soziale Marktwirtschaft. Ein Erfolgsmodel.

    Marktwirtschaft = Kapitalismus. Ja, das ist ein Erfolgsmodel – für die wenigen die davon profitieren – die Reichen.


    Du meinst also, ein System in dem Millionen von einem Vollzeitjob nicht mehr wirklich leben können, viele trotz Arbeit auf Unterstützung (Aufstocker) angewiesen sind, ein Mindestlohn eingeführt werden muss um unverschämt niedrige Löhne zu verhindern, die Mieten in Städten immer weiter steigern während sich die Städte nicht nur aus dem sozialen Wohnungsbau längst verabschiedet haben sondern die vorhandenen Wohnungen an »Investoren« verkauft haben, Grundbedürfnisse wie z.B. Strom von vier Megakonzernen aufgeteilt wurden, es immer mehr Minijobber und Leiharbeiter gibt, immer mehr Rentner Flaschen sammel um über die Runden zu kommen und der Abstand von Arm und Reich seit Jahrzehnten immer größer wird - das nennst du also ein Erfolgsmodel?

  • Sicher ist die soziale Marktwirtschaft ein Erfolgsmodel! Nur der Kommunismus ist noch besser aber, er scheitert am Menschen. Genauso ist die soziale Marktwirtschaft im Laufe der Jahre am Menschen gescheitert. Deswegen müssen wir uns alle an die Nase fassen! Früher hieß es "Handwerk hat goldenen Boden" warum ist das heute nicht mehr so? Weil die meißten Leute ihr Brot lieber bei Aldi & Co. kaufen als bei einem "Richtigen" Bäcker-ist ja billiger. Warum gehen die Leute mit ihren kaputten Schuhen zu Mister Minit und nicht zum Schuster? Ist ja billiger. Warum malern viele leute ihre Wohnung selber anstatt dafür eine professionelle Malerfirma zu beauftragen? Ist ja billiger. Das kann man unendlich lange fortsetzen. Kommt mir jetzt keiner mit der Begründung, das die Leute weniger Geld haben.....dem Volk ging es schon lange nicht mehr so gut wie heute!! Wenn aber jeder Qualität möchte und dafür aber wenig bezahlen will, kann der Chef seinen Angestellten auch nicht viel löhnen. Denkt mal darüber nach. Die gleiche Diskussion hatten wir beim Thema Scatpornos, das war nichts anderes.

  • nach Nambia, und lassen wir uns von Fakten überzeugen:

    Wenn man den Artikel zu Ende ließt , gibt es in Namibia kein bedingungsloses Grundeinkommen. woher soll es denn auch kommen ? Die BGE Partei wird wohl " unter ferner liefen " wieder in der Versenkung verschwinden ........Ich arbeite lieber für meine Kohle , da brauch ich niemandem Rechenschaft ab zu legen..........

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